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tochter des orients/ die entfueeuropahrung
die griechchische sage erzaehlt von einer jungen prinzessin mit namen europa. sie war die tochter des koenigs von tyrus, der alten stadt an der kueste des libanon. der koenig hiess phoenix und galt der sage nach als ahnherr der phoenizier.

die weihrauchstrassetexte zu weihrauchstrasse in jemen


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relax - relax - relax - relax - relax
main - galerie karte hammurapi reich 3 bis 2 000 jahren v cr. - babylon/ assyrer neue reiche
Zarahustra weise götter des Irans
überblick zur geschichte/ uri avnery
In der Region zwischen Euphrat und Tigris,
götter - gods
 
mesopot1
english 2

meso 4
"vorher war die urzeit" dann kamen - götter - die entführung/enstehung europa aus dem libanon- ackerbau -
mutter - mit der ackerbau entstand die tempeln, um den tempel die felder, um die felder etstand die sklaverei
(al-raqieq) (maabad- aabid) mann herschaft - kriege - religionen- ackerbau verwandeln die architektur des
normadenbaues. halb tier-mensch werden zu götter. ende der unsterblichkeit "gilgamesch- enkidu".
an versoehnen denkt niemanden - vielleicht europa macht den ersten schritt
gilgamesch <http://www.celesteprize.com/artwork/ido:323937/ >
 

kanaanaer goetter aschera
und
baal
sumerer kunst/ der erste wagen menschliche geschichte
 

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<meso 1>
die mesopotamische urkultur

der mondsichel

die älteste hintergrund für die gechichte der bibel ist der heutige irak mit seiner uralten religion und kultur . 1600 v.chr. vielleicht lebte abraham.
aber der brunnen der geschichte ist tiefer.

denken wir zurueck bis etwa 10 000 jahre v. chr.. es ist im orient "mittlere steinzeit" irgendwann in jeder Zeit - oder noch frueher - müssen die
frauen in den voelker der jaeger und sammler entdeckt haben, dass sie von bestimmten graesern, die kleine koerner hervorbrachten, essen
könnten. sie zuechteten das, was wir getreide nennen, und fingen an, mit hacken die erde aufzureissen. neben dem besaeten feld, auf desse
frucht sie warten mussten, wurden sie sesshaft.

spaeter gruendeten sie inmitten ihrer felder die ersten grossen ansiedlungen. weder der jaeger noch die wandernde schafhirt brauchten eine
stadt, mit dem ackerbau aber suchten die menschen den schutz der sesshaften gemeinschaft. um 8000 gründeten sie in der fruchtbaren oase
am unteren jordan die stadt JERICHO, um 7000 auf der anatolischen hochebene catal hüyük, kurz danach die ersten staedte in mesopotamien.

von da an hat jedes jahrtausend einen namen. das siebte jahrtausend v. chr. nennen wir das prae-keramische neolithikum, also die
jungsteinzeit
vor der erfindung der keramik.

um 6000 wird das erste tongefaess gebrannt, und so heissen das sechste und fuenfte jahrtausen, "keramisches neolithikum". schon in der
mitte des sechsten jahrtausends, als hätte sich der geist des menschen mit allen seinen kraeften auf diese neuentdeckte kunst geworfen,
entstehen die zauberhaften tongefaesse von TALL HALAF im westlichen mesopotamien.

um 4000 erfinden die menschen jenes raums den holzpflug und die toepferscheibe, auch das rad fuer ihren ersten wagen. um 4000 finden
sie vor allem das schmelzbare metall, das kupfer zunaechst. so sprechen wir vom vierten jahrtausend auch als der kupfersteinzeit. um 3000
wird das kupfer zum ersten mal in formen gegossen, so dass werkzeuge, die bisher immer noch aus stein gefertigt werden waren, nun in
kupfer hergestellt werden konnten. wir sprechen vom dritten jahrtausend als von der "kupferzeit".

um 3000 wird das kupfer zum ersten mal in formen gegossen, so dass wekzeuge, die bisher immer noch aus stein gefertigt worden waren,
nun in kupfer hergestellt werden konnten. wir sprechen vom dritten jahrtausend als von der "kupferzeit".

um 2500 beginnen die menschen, kupfer und zink zu verbinden, und gewinnen so die haerterer bronz. das zweite jahrtausen nennen wir
darum die "bronzezeit", die um 1200 v.chr. durch die "eisenzeit" abgeloest wird.

um 3500 geschieht das, was dem ganzen raum für mehr als 3000 jahre das gepraege gibt: das raetselhafte volk der sumerer wandert, aus
irgendeinem gebirge kommend, in mesopotamien ein, und es entsteht in wenigen jahrhunderten die sumerische hochkultur, die älteste der
menschheit. es ist ein unbegreiflich begabtes volk, von einem schönheitssinn, einer gedankentiefe und einem erfindungsreichtum, wie es
sie in der geschichte der menschheit selten gab.

ploetzlich entstehe, als seien die gesamten kraefte von jahr zehntausenden mit einem schlag frei geworden, palaeste, tempel, stufentuerme, plastiken aus basalt oder diorit. eine bilderschrift, entsteht. eine mathematik, so kompliziert immerhin, keilschrift, entsteht. eine mathematik, so kompliziert immerhin, dass sie die erste echte astronomie ermoeglicht, aufgebaut auf der zahl sechs wie unsere mathematik auf der Zahl zehn. von den sumerern haben wir noch heute die einteilung des tages in 24 stunden, je 6 stunden für ein viertel des sonnenumlaufs, der stunden in 60 minuten, der minute in 60 sekunden, des kreises in 360 grad und vieles andere. ihr schulsystem führte den staatsdiener durch achtzehn jahre einer gruendlichen und vielseitigen ausbildung in kuensten und wissensgebieten und einer grossen anzahl an fremdsprachen in seinen beruf.

die ersten koenige treten auf, diener der goetter und selbst mit goettlicher wuerde ausgestattet. Ihre aufgabe ist nun, tempel zu bauen, grossangelegte rituale zu feiern, bewaesserungskanaele zu graben, auf die abgrenzungen der felder zu achten, baumaterial zu beschaffen und lebensmittelreserven anzulegen. eine exakte verwaltung ordnete das leben in der weiten ackerbauzone rings um die staedte.

diese erste grosse kultur der SUMERER dauerte rund 1000 jahre. dann begann die unruhige geschichte immer neuer einbrueche fremder vOElker ins land von euphrat unf tigris. um 2500 v. chr. drangen die ersten semitschen eroberer von der arabischichen wueste her ins land ein, und ihr koenig SARGON gruendete das erste grossreich, schuf das erste stehende heer , erfand den eroberungskrieg und drang nach unterwerfung der sumerer bis nach anatolien und bis ans mittelmeer vor.
nach 2000 dringen die AMORITER ein und grUEnden das altbabylonische reich, das unter dem grossen koenig und gesetzgeber HAMMURABI (1728-1686) seinen hoehepunkt erreicht. auch dieses reich ist ein auf eroberungen und unterwerfungen gebauter macht- und militaerstaat.

aber auch dieses reich besteht nicht lange. um 1580 zerstören die HETHITER babylon, und kurz danach wandert wieder ein neues volk ein, das sofort die herrschaft ergreift: KASSITEN. In ihre zeit spätestens faellt die wanderung ABRAHAMS.

im westen geschieht aehnliches. andere wuestenbewohner dringen um 2500 ins suedliche syrien ein, ins heutige palaestina. wir nennen sie die kanaanaer (kanaanäer), jenes volk, mit dem um 1000 v.chr.. die israeliten sich in das land "kanaan" teilen muessen und die im alten testament eine so wichtige rolle spielen.

alle diese einwanderer kommen nicht so, wie ein eroberer ein land besetzt, sondern sickern, in jeder generation wieder neu, in groesseren oder kleineren wellen in das gebiet des "fruchtbaren halbmonds" eom, jenes grosse kulturgebiet vom persischen golf bis zur syrischen mittelmeerkueste und von da suedwaerts bis zur aegyptischen grenze. irgenwann in dieser zeit , wir schaetzen zwischen dem 17. und dem 15. jahrhundert v. chr., muss die wanderung abrahams stattgefunden haben.

überblickt man die 2000 jahre geschichtlicher Zeit bis 1500 v. cr., so sieht man ein staendiges hin und her von wanderbewegungen indogermanischer oder semitscher voelker, die teils aus dem iranischen hochland und dem suedlichen zentralasien kommen, teils aus den wuesten- und steppengebieten suedlich von mesopotamien und syrien. aus dieser staendigen flutautiion aber gewinnt - anderes als das stabile egypt - mesopotamien seine lebenige, immer wieder neues herbringende kraft

die epoche der muetter

wir kehren noch einmal in die zeit zwischen dem zehnten und dem vierten jahrtausend v. chr. zurueck. denn in ihr suchen wir die so ueberaus wichtige epoche des mutterrechts und der mutterkultur, die wir das "matriarchat" nennen.

es sind 12000 jahre - mit aller vorsicht soll diese abgrenzung gelten, es koennen auch 15000 sein - , seit im nahen osten die schweifenden familein und voelkergruppen denerdoden als ort des wohnens,, des saens und pflanzens und erntens entdeckten. an anderen stelles der welt geschah dies erst viel später. wir nehmen, wie gesagt, an, dass es frauen waren, die anfingen, die winzigen koerner, die damals aus den vorlaeufern unseres getreides wuchsen, der ernder anzuvertrauen in der erwartung, es werde etwas essbares daraus hervrwachsen. Frueh schon muss den menschen aufgefallen sein, dass die erde etwas tat, was unter den menschen die muetter taten, naemlich leben schaffen, neue, junges leben, und frueh schon muss ihnen die erdee wie eine groesste mutter erschienen sein, die ihre kinder, die pflanzen, die tiere und die menschen, hervorbrachte und ernaehrte. Und es muss ihnen aufgefallen sein, dass der umlauf des mondes im selben rhythmus geschah wie der zyklus der frauen, dass also auch der himmel mit der fruchtbarkeit der erden zu tun hatte.

Mit der neuen kunst des saeens und pflanzens, mit der technik des ackerbaus kam die feste wohnsiedlung, und mit beidem begann die kultur der muetter, auf die frauen von heute mit recht immer wieder zurueckverweisen, um besser zu verstehen, was in den jahrtausenden seither sich zwischen maennern und frauen abgespielt hat.

Um 7000 v. chr. Wuchsen die siedlungen zu staedten, haustiere wurden gezaehmt, rinder, schafe, zeigen. Erstaunlich solide und schoene moebel aus holz entstanden. Die rauhe zivilisation der nomaden wurde feiner, differenzierter, sensibler. Es entstand recht eigentlich das, was wir "kurltur" nennen, denn dieses wort bedeutete urspruenglich nichts anders als eben "ackerbau". 44

Mit der zeit der muetter aenderte sich auch das religioese bewusstsein. Nomaden verbinden ihr reiigioese aufmerksamkeit mit den bewegungen der gestirne oder den magischen kraeften der tiere. Die reiligion der epoche der muetter war der erde zugewandt, dem wachstum, dem rhythmus von tod und leben, und erst von hier aus auch dem mond und der sonne.

Im gegensatz zu spaeteren zeiten aber war dieser epoche nicht ein kult heilig, nicht ein tempel, nicht das bild eines gottes allein, sondern das dasein ueberhaupt, alles, was dem leben seine kraft, seine schoenheit, sein leid und seine angst, seine schrecken, sein ende und seine wiederkehr gab.46

Die urgoettinnen jener ersten jahrtausende waren wohl anfangs nicht als einzelgestalten mit gesicht und namen vorgestellt, sondern als maechte, die allgegenwaertig waren, repraesentantinnen der weisheit und der gerechtigkeit, repraesentantinnen auch des gemeinsamen im leben der menschen, das allem eigenen wilen einzelner ueberlegen und entgegengesetz war. Das "ich", das die menschen empfanden, wird wohl weniger ihr bewusstsein von ihrem persoenlichen wert und ihrer eigenen unverwechselbarkeit gewesen sein als vielmehr das gemeinsame bewusstsein einer familie, eines calns, eines dorfs. Leben und tod waren so nicht leben und tod von einzelnen, sondern von gruppen, und der tod, die rueckkehr zu mutter, war nichts, das grauen oder widerstand hervorrief. In der religion er muetter schied der tote aus der gemeinschaft der lebendigen nicht aus. Er wurde eher maechtiger und ehrwuerdiger, er wurde zum spender des segens. Wenn die erde sich oeffnete und die frucht aufwuchs, kehrten die toten wieder und spendeten den lebendigen menschen das leben. Man empfing sie festlich, bis die erde nach der ernte sich wieder schloss.
(die frauen fuellen anderes.) 47

Dachten sich die menschen jener zeit einen gott oder eine goettin in leibhafter gestalt, so nicht so sehr in einer menschlichen, sondern viel elementarer als pflanze, als busch oder baum oder, noch geheimnisvoller, als tier oder auch als verbindung mehrerer tiere als stier etwa mit dem kopf einer schlange und den fluegeln eines vogels, eines loewen mit den hufen eines rinds und dem kopf eines menschen, als inbegriff also der welt der tiere insgesamt, die der welt der menschen nicht etwa untergeordnet, sondern eher an maechtigkeit und heiligkeit ueberlegen gedacht war.


VON DEN MUETTERN ZU DEN VAETERN

aber dann kommt in der urgeschichte der menschheit eine wendung, die den menschen der alten welt ungeheuerlich erschienen sein muss.

Zweierlei muss zusammengewirkt haben: im fuenften jahrtausend v. chr. Wuchsen die staedte als zentren immer groesserer ackerbaugebiete. Neue organistionsformen mussten entwikkelt werden. Die aufgaben, die den einzelnen zufielen, mussten spezialisiert werden, und im zuge einer zunehmend arbeitsteiligungen gesellschaft kam dem technisch-organisatorischen denkvermoegen immer groessere bedutung zu. Die staedte brauchten mauern, und die maenner als verteidiger der ersten staatsaehnlichen gebilde wurden wichtiger und selbstaendiger.50

Das zweite, das die wende vom matriarchat zur herrschaft der maenner bewirkt haben muss, wird die erkenntnis gewesen sein, dass die muetter ihre kinder keineswegs allein aus sich selbst hervorbringen, sondern dazu der mitwirkung eines mannes beduerfen. Die maenner entdeckten ihre macht. Und der phallus ist von da an bis hin zum zepter neuzeitlicher koenige das symbol der herrschaft geworden.

So loesten sich im fuenften jahrtausend v. chr. Die mutterrechtlichen dorf- und stadtorganisationen allmaehlich auf. Das geld wurde erfunden. Fuer geld kaufteman grund und boden. Privatbesitz wurde moeglich. Metall wurde gefunden, gegossen, geschmiedet und zu werkzeugen und waffen geformt. Heere wurden aufgestellt und zogen zur eroberung fremder ort, staedte oder laender aus. Persoenliche macht wurde zum ziel von zunehmend starken einzelpersonen. besitz von grund und boden und immer groesserer uns ausgedehnterer besitz wurde zum ziel des streits und der konkurrenz zwischen einzelnen und gemeinschaften. Der krieg wurde, was erwaehrend der herrschaft der muetter nicht sein konnte, zur heiligen sache, und die goetter wurden zu gehilfen und mitstreitern von koenigen oder heerfuehrern.

Schliesslich wurden die koenige, die urspruenglich als soehne der grossen mutter galten, selbst zu goettern, und goetterwelt wurde abgestuft nach art eines feudalen staatswesens.

Eine religion entstand, die die erschaffung der welt als kampfzwischen himmel und chaosmacht verstand und als sieg des himmelsgottes ueber die ins drachenhafte hinabstufte urmutter.

Es begann der austausch von handelsguetern auf den unendlichen wegen zwischen indien, china, mesopotamine, aegypten und europa. Die zeit der maenner begann, vor allem aber der kampf zwischen mann und frau um ihre rollen in der gesellschaft, der bis zum heutigen tag noch nicht beendet ist. Das patriarchat hielt seinen einzug.

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Europa
tochter des ostens
Europe daughter of the east

die griechische sage erzaehlt von einer jungen prinzessin mit namen europa. Sie war die tochter des koenigs von tyrus. Der alten stadt an der kueste des libanon. Der koenig hies phoenix und galt der sage nach als ahnherr der phoenizier.

Als europa eines tages mit ihren freuninnen am meerufer spielte, erschien ein herrlicher weisser stier. Das maedchen begeistert sich an ihm, und da es ihr an mut nicht fehlte, schwang sie sich auf seinen ruecken. Aber da stuermte der stier, in dem sich der gott baal verbarg, ploetzlich ins meer und schwamm, europa auf dem ruecken, durch die wellen nach westen an die kueste von kreta, setzte europa dort ab und stieg, verwandelt in den zeus von kreta, ans land.

Dieser ritt auf dem stier war den alten voelkern des oestlichen mittelmeers ein symbol fuer die grosse kulturbewegung, die an die 2000 jahre lang von syrien aus nach cypern und kreta gedraengt hatte, von aegypten in die mykenische und jonische insel welt und von anatolien ueber die kleinasiatische westkueste nach griechenland. Denn durch das ganze zweite jahrtausend vor christus und bis tief ins erste waren oestliche kultur, oestliche weisheit und froemmigkeit, aber auch oestliche technik, jungst des ackerbaus und der seefahrt, in die westliche welt des mittelmeers eingestroemt. Europa, so wollten die alten voelker sagen, ist eine tochter des nahen osten.

Und wirklich: europa ist nicht aus sich selbst zu dem geworden, was es heute ist. Auf den karawanenpisten arabiens und den seewegen der phoenizier, auf den strassen der perser und der roemer und zuletzt den wanderwegen christlicher prediger kamen die gedanken, die im osten gedacht wurden, in das etstehende europa. Unsere kultur hat ihre wurzeln tief im land von euphrat und tigris, in den arabischen steppengebieten und im land der pharaonen am nil. 7

 
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zu den bilder:
1- die beiden streitwagenfahrer auf ihrem zweiraedrigen fahrzeug mit scheibenrädern erinnern an den schrecken, der die voelker mesopotamiens erfasste, als zum ersten mal anfang des zweiten jahrtausens v. chr. ein reitervolk mit sochen wagen aus den bergen herabkamen und alles umstuerzte, was es an bestehender ordnung und herrschaft gab, ob sie nun später hurriter hiessen, mitanni, hethiter oder hykoso. sie brausten daher, errichteten mehr oder weniger beständige reiche und unterlagen irgendwann dem naechsten sturm aus den bergen oder aus der wueste.

2- die loewenjagd-stele aus uruk stammt aus dem anfang des dritten jahrtausends. auf einem rohen basltblock schildert der kuenstler einen kampf zweier maenner mit drei loewen. der kampf gegen wilde tiere war eine der koeniglichen aufgaben, so nehmen wir an, dass hier ein koenig mit einem begegleiter dargestellt ist.

3- koenig sargon (2330-2274 v. chr.) dies ist sein portraet in bronze, kaum also ist die kunst des bronzeguesses entdeckt, da entsteht schon eines der ganz grossen kunstwerke in dieser technik.

4- Abbildung .
Eine goettin, kenntlich an der schlangenkrone, die sie traegt. Umgeben von heer der stern und, vor allem, vom vollmond links, dem sichelmond rechts, also den umlauf des mondes repraesntierend. Sie haelt ein vasenaehnliches gefaess, aus dem wie aus einer quelle wasser stroemt, element des segens und der lebendigen, immer wiederkehrenden lebenskraft. Es stammt aus dem 3. jahrtausend v. chr. Aber deutet frueheren epoche. 45

5- abbildung
ninchursanga, die urgoettin der sumerer, segnet stehen, schmal wie der stamm eines baums, neben ihr ein elementrawesen, halb tier, halb mensch - aehnlich dem enkidu des gilgameschepos -, das eine dattelpalme war noch fuer die sumerer ein zeichen weiblicher fruchtbarkeit und der fruchtbarkeit der erde.48

6- die frauen gestalt legt zwei loewinnen die hände auf den kopf. denn die grosse mutter gibt nicht nur die frucht der erde, sie stiftet auch ordnung und gesittung, gerechtigkeit und recht. sie bändigt die tiere im menschen, seine triebe, seine gewalttätigkeit, die gefahr für das gemeinwesen, die in ihm lauert, aber sie segnet sie auch, gibt ihnen platz und raum im ganzen der gemeinschaft.
und so können im unteren teil der platte die "rinder", das heisst die gezähmten tiere, bei der mutter ihre nahrung finden, vor dem heiligen baum, der das symbol der mutter ist. der stein spiegelt die vorstellung der frühen ackerbauvölker vom weiblichen wesen der stadt, der macht und des rechts.

7- Die aelteste tempel waren hoehlen oder verschlungend gaenge unter der erd. Um 3000 v.chr. entstand das labyrinth, das in uruk ausgegeraben wurde.50
Mutter tempels unterscheiden sich als maenner tempel.
der weg zur grossen mutter ist ein weg durch ein geheimnisvoll verschlungenes (50) labyrinth, der weg zu den spaeteren (maenner) goetter ein weg geradliniger begegnung.

8- embryonalhaltung (nicht abgebildet)
Aus einem der fruehen jahrtausende der muetter ist in jericho ein grab erhalten, indem ein toter so bestattet wurde, wie es dem sinn der alten mutterreligione entsprach: in der koerperhaltung, in der das kind im mutterleib liegt, "embryonalhaltung". So kehrt der mensch in die erde, in den schoss der grossen mutter zurueck, und da er in der gestaltt eines werdenden kindes, das das leben vor sich hat. Daliegt ist der aus dem kreislauf des lebens nicht entlassen er hat vielmehr teil an allem neuen und kommenden, am leben ueberhaupt. (wiedergeburt- budhismus-paradies)51

< relax foto-aufnahme von mir- hommage an die urmutter, die ihren reich abgeben musste.>

ich hoffe diese text erzählt die wahrheit. auf alle ebenen alle zeiten hat jede religion seine positive und negative auswirkungen.
diese text soll klarheiten zwischen den menschen schaffen aber kein hass. denn der zukunft pfad können nur wir alle gemeinsam weiter schreiten.
die geschichte der religionen lernt uns, dass frieden eine moeglichkeit zum zusammen leben.

I hope that text ilustrated the truth. every community of religion has it negativ and positiv points. the future of the world can only seen in steps as community. first time freedom and peace in our history.

von jörg zink/ tiefe der brunnen der vergangenheit/ eine reise durch die ursprungsländer der bibel/ kreuz verlag

info- register- hintergrund
info imressum puplic

 

die weihrauchstrasse (insense street- tariq al-bachour)
weihrauchstrasse which gave however king richly saba a so extraordnery meaning, was the suction-called weihrauchstreet. from hadramout in the southeast the Arab half insle, where in all peoples of the antiken Near East so hot desired weihrauch grew, pulled itself to 2500 km a long trade route by wild and over mountains after northwest, on the today's mekka past in today's southern Jordan, to to the Mediterranean to palestin the ports, particularly gaza. this trade route was toward the east by a close maritime traffic with commercial centres of India verbununden. in wadi hadramout, strictly from strangers shielded, the silvery weihrauch trees grew to honour their resin decreased and in yellowish and brownish splttern or balls in the temples of the antiken world the Gods was burned enormous kamel krawans pulled in two months by one lines up from States of, connecting elemnet, pours from infinite wealth, guarantor of the peace was in a world area to win Indian with trade of everything with not war.


Queen of saba, salomo, embodied not an particularly-old visited, but an already relatively late time around 2800 v. chr. were already egyptian up to the gate water, and eritrea, driven to the strait between Yemen, around the same time came the Indian to aden. in the third millenium egyptian and Indian in southern Arabia beads, colors, silk, ivory, staussenfedern and naturally weihrauch and myrrhe, exchanged which they needed for their services and to balsam the their dead. since in the second millenium the Red Sea had become however already tummelplatz the pirate, placed more saba people and its predecessors and successor the trade a land ways to verfuegung add, for its security them guaranteed: weihrauch street. the close the mountain ways feet one hundred thousand of camels through heavydrives on paths forced saba contracts to lock in addition security for both partners < and instead of one weihrauch in feelings to produce in such a way into nervana to go became material weihrauch trade. >190


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tiefe zur geschichte der region erzählt Uri avnery
Uri Avnery
"Die Passion Christi" von Mel Gibson
ich finde der film ist grausam. vor jahren las ich das ende christi. sie war nicht zu ertragen. eine PP animation 1998 erstellt. suzan

die blutbande zwischen den moslems und den juden über die geschichte/ in jerusalem - in andalusien.

Wenn diese Erklärung nicht in einer palästinensischen Zeitung erschienen wäre, hätte ich geglaubt, das wäre eine Erfindung von Ariel Sharons Propaganda-Apparat gewesen. Man kann sich kaum einen Satz vorstellen, der der palästinensischen Sache mehr schaden könnte.
Ich habe große Achtung vor Abu Rudeina. Ich schätze seine Loyalität gegenüber der palästinensischen Sache und gerade Ihnen persönlich gegenüber. Er blieb an Ihrer Seite während der Belagerung Ihres Gebäudekomplexes und schwebt dort - genau wie Sie - täglich in Lebensgefahr. Aber diese Erklärung hätte man nicht abgeben dürfen.


Ich habe den Film nicht gesehen und beabsichtige auch nicht, ihn mir anzusehen. Ich verabscheue Grausamkeiten, auch im Film, und dieser Film ist voll mit grausamen Szenen, die angeblich das Neue Testament auf die Filmwand projizieren. Offensichtlich gibt es einen großen Unterschied darin, ob man einen geschriebenen Text liest oder ob man ihn als Film mit lebensnah dargestellten Gräueltaten sieht, in denen Blut wie Wasser fließt.
Aber das ist nicht das Wesentliche. Von einem Araber und Muslim erwartet man nicht, dass ihm die schreckliche Auswirkung der Beschreibung der Kreuzigung Christi auf das Leben der Juden bewusst ist und zwar auf fast 2000 Jahre lange Verfolgungen, Pogrome, Folter durch die Spanische Inquisition, Massenvertreibungen, Massen- und individuellen Mord bis zum Holocaust, in dem sechs Millionen Juden umgebracht wurden. All dieses wurde direkt oder mindestens indirekt durch diese Erzählung möglich gemacht.
Das Neue Testament ist für seine Anhänger ein heiliges Buch. Aber wie unsere Bibel, das sog. Alte Testament, ist es kein historischer Text. Religiöse Wahrheit und historische Wahrheit sind nicht ein und dasselbe. Die Beschreibung der Kreuzigung in den vier Evangelien wurde viele Jahrzehnte nach den beschriebenen Ereignissen aufgeschrieben. Und die Schreiber schrieben das, was sie schrieben, unter dem Einfluss der zeitgeschichtlichen Umstände.
Nehmen wir z.B. die Gestalt des römischen Herrschers Pontius Pilatus. In der römischen Geschichte erscheint er als skrupelloser, korrupter und grausamer Prokurator. Im Neuen Testament wird er als humane Person dargestellt, fast ein Philosoph, der Jesus nicht verurteilen wollte, der aber den Juden nachgab. In Gibsons Film ist er eine attraktive Gestalt, der von den abscheulichen - auch äußerlich abscheulichen - Juden gezwungen wird, gegen sein Gewissen zu handeln
Warum diese Beschreibung? Als der Text geschrieben wurde, versuchten die Christen gerade, die römische Welt zum christlichen Glauben zu bekehren. Deshalb passte es in ihr Konzept, den Juden die Schuld zu geben und die Römer zu entlasten - völlig gegensätzlich zu den Realitäten zur Zeit Jesu. Die Juden von damals waren - wie die Palästinenser heute - ein besetztes Volk und die Römer waren die Besatzungsmacht. Kreuzigung war eine übliche römische Strafe, eine Art "gezielte Tötung" jener Zeit (allerdings nach einer Gerichtsverhandlung).
Die Schreiber der Evangelien waren voller Hass gegen die Juden, was wiederum nicht überraschend war. Sie waren selbst Juden, wie Jesus und alle Leute um ihn herum. Doch gehörten sie einer anders denkenden Sekte an, die vom jüdischen Establishment damals in Jerusalem als häretisch betrachtet wurde. Die christlichen Juden wurden grausam verfolgt. Wie in solch brudermörderischen Kämpfen üblich erhob sich glühender Hass. Dieser Hass fand seinen Ausdruck in der Beschreibung der Kreuzigung.
Im Matthäus-Evangelium (Kapitel 27) heißt es:

... Da sie versammelt waren, sprach Pilatus zu ihnen: "Was soll ich denn mit Jesus tun, von dem gesagt wird, er sei der Christus?" Sie sprachen alle: "Lass ihn kreuzigen!" Der Landpfleger sagte: "Was hat er denn Übles getan?" Sie schrieen aber noch mehr und sprachen: "Lass ihn kreuzigen!" Da aber Pilatus sah, dass er nichts ausrichtete, sondern vielmehr ein Getümmel entstand, nahm er Wasser und wusch die Hände vor dem Volk und sprach: "Ich bin unschuldig am Blut dieses Gerechten. Seht ihr zu!" Da antwortete das ganze Volk und sprach: "Sein Blut komme über uns und unsere Kinder!"

Dies ist offensichtlich keine historische Beschreibung. Ein ganzes Volk oder eine große Menge kann nicht wie eine einzelne Person reden. Dieser Satz: "Sein Blut komme ... über unsere Kinder!" ist unglaubhaft und wurde eingefügt, um die Rache an vielen Generationen zu rechtfertigen. Und tatsächlich, viele Generationen von Demagogen gebrauchten dies Wort, um gegen die "Gottesmörder" aufzuhetzen.
Adolf Hitler war kein fanatischer Christ - ganz im Gegenteil. Einige seiner Anhänger versuchten sogar, heidnische germanische Riten wieder einzuführen. Aber Hitler und die Vollstrecker des Holocaust hatten im Religionsunterricht der Schule das Neue Testament gelesen. Und keiner kann sagen, wie viel von diesem Text unbewusst weiterwirkte. Und viele einfache Fundamentalisten akzeptierten den Holocaust oder beteiligten sich deswegen an ihm.
Ich habe nicht die Absicht, die ganze christliche Welt durch die Jahrhunderte anzuklagen. Weit entfernt davon. Viele der größten Humanisten im Laufe der Geschichte waren Christen, einige von ihnen sehr gläubige. Christen waren nicht nur Vollstrecker des Holocaust, unter ihnen waren auch Gerechte, die Juden retteten. Christliche Klöster an vielen Orten nahmen Juden auf und retteten sie so.
Jesus predigte die Liebe, und das Neue Testament stellt ihn als eine äußerst sympathische Person dar: gerecht, barmherzig und tolerant. Es ist erschreckend, dass so viele Gräueltaten der Geschichte durch Personen und Institutionen ausgeführt wurden, die vorgaben, sie handelten in seinem Namen.
Sie, Herr Präsident, als Araber und Muslim, sind stolz auf die Tatsache, dass länger als ein tausend Jahre lang die muslimische Welt gegenüber Juden und Christen ein Vorbild der Toleranz war. In der muslimischen Welt hat es niemals Massenvertreibungen und Pogrome gegeben, die - ganz abgesehen vom furchtbaren Holocaust - ein Charakteristikum der Christenheit waren.
Die Blutbande zwischen Muslimen und Juden finden sich während der ganzen Geschichte. Eines der dunkelsten Kapitel der Vergangenheit dieses von uns beiden geliebten Landes ist die Zeit der Kreuzfahrer. Schon auf ihrem Weg ins Heilige Land begingen die Kreuzfahrer einen Genozid an den Juden im Rheinland. Als sie die Mauern Jerusalems durchbrochen hatten, brachten sie die ganze Bevölkerung der Stadt um, Männer und Frauen, alte Leute und kleine Kinder. Einer von ihnen erzählte stolz, dass sie bis zu ihren Knien in Blut gewatet wären. Es war das Blut von Muslimen und Juden, die zusammen abgeschlachtet wurden. Ihre letzten Gebete mischten sich auf dem Weg zum Himmel.
Nach dem Fall Jerusalems hielt Haifa noch eine Weile gegen die Kreuzfahrer stand. Die meisten seiner Einwohner waren Juden, die Seite an Seite mit der ägyptischen Besatzung kämpften. Die Muslime versorgten sie mit Waffen und - nach einem christlichen Chronisten -die Juden kämpften tapfer. Als die Stadt fiel, mordeten die Kreuzfahrer die restlichen Juden und Muslime.
Vierhundert Jahre später, nachdem die Christen Spanien von den Muslimen zurückerobert hatten, vertrieben sie Juden und Muslime. Nach dem Goldenen Zeitalter, der wunderbaren kulturellen Symbiose von Muslimen und Juden im mittelalterlichen muslimischen Spanien, erlitten Muslime und Juden das gleiche Schicksal. Fast alle vertriebenen Juden siedelten sich in muslimischen oder von Muslimen regierten Ländern an.
Lassen wir es nicht zu, dass der gegenwärtige zwischen unseren beiden Völkern mit all seiner Grausamkeit geführte Konflikt die Vergangenheit überschattet, weil dies die Grundlage für unsere gemeinsame Zukunft ist. Das gegenwärtige Leid des palästinensischen Volkes hat nichts mit dem zu tun, was vor etwa 1973 Jahren geschehen oder nicht geschehen ist.
Wenn es überhaupt eine Verbindung gibt, dann ist es genau umgekehrt. Ohne den modernen christlichen Antisemitismus der letzten 200 Jahre wäre die zionistische Bewegung gar nicht zustande gekommen. Wie ich schon früher erwähnt habe, stellte der Gründer der zionistischen Bewegung, Theodor Herzl, ausdrücklich fest, dass die Gründung eines jüdischen Staates die einzige Möglichkeit sei, die europäischen Juden zu retten. Der Antisemitismus war und ist die Kraft, die Juden nach Palästina treibt.
Ohne Antisemitismus, wäre die zionistische Vision eine abstrakte Idee geblieben. Vom Pogrom in Kischinev über den Holocaust zum Antisemitismus in Russland, der erst vor kurzem mehr als eine Million Juden nach Israel trieb, war und bleibt der Antisemitismus der gefährlichste Feind des palästinensischen Volkes. In der Redewendung, dass die Palästinenser "die Opfer der Opfer" seien, steckt viel Wahrheit.
Außer den moralischen Gründen ist dies ein zusätzliches Argument gegen die Erklärung über die Kreuzigung, die von Antisemiten als Ermutigung für ihre Sache konstruiert werden kann.
Wenn der Frieden kommt, werden wir uns alle - Juden, Christen und Muslime - in Jerusalem treffen. Ich weiß, dass Sie - genau wie ich - davon träumen. Hoffen wir, dass wir beide dies noch erleben werden.



Uri Avnery ist Gründer der Friedensbewegung Gush Shalom. Der langjährige Knesset-Abgeordnete Avnery, 1923 in Beckum geboren und 1933 nach Palästina ausgewandert, gehört seit Jahrzehnten zu den profiliertesten Gestalten der israelischen Politik. Er ist durch seine kämpferisch-kritische Begleitung der offiziellen israelischen Regierungspolitik weit über die Grenzen seines Landes hinaus bekannt geworden. Für sein Engagement für den Frieden im Nahen Osten sind ihm zahlreiche Auszeichnungen zuerkannt worden.

(Aus dem Englischen: Ellen Rohlfs, vom Verfasser autorisiert)

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06.04.2004

 
die vorgeschichte arabien

<bei der suche nach libyien info fand ich diese texte über masopatamien>
Die Männer von Umma haben unsere Stadt in Brand gesteckt. Sie raubten Silber und Edelsteine. Sie haben Blut vergossen im Palast und in den Tempeln. Von den Feldern haben sie das Korn genommen." So beklagte ein unbekannter Chronist aus der Stadt Lagasch in Mesopotamien den Überfall auf seine Heimat. Auf einer über viertausend Jahre alten Tontafel schuf er eines der ersten schriftlichen Zeugnisse der Menschheit. Und verfluchte den Eroberer samt seiner Gottheit: "Unser König hat keine Sünde begangen, aber Lugalzaggesi, der Gebieter von Umma - seine Göttin Nisaba möge diese Sünde auf ihrem Haupt tragen."

Der König von Lagasch, so künden verwitterte Keilschrift-Texte, war ein gerechter Herrscher, der seine Untertanen "von Dürre, Diebstahl und Mord befreit" hatte. Der Aggressor Lugalzaggesi hingegen, der sich "Reinigungspriester des Himmelsgottes" nannte, war ein rücksichtsloser Despot. Nach einem erfolgreichen Aufstand gegen seine Willkürherrschaft wurde er nackt in einem Käfig zur Schau gestellt und dann gebeugt unter einem schweren hölzernen Joch zur Hinrichtung geführt.

Der heutige Irak war schon immer ein umkämpftes - und hochkultiviertes Land. In der Region zwischen Euphrat und Tigris, damals keine Wüste, sondern ausgesprochen fruchtbar, bauten die Menschen die ersten Städte und begannen, Eigentum anzuhäufen und Hierarchien auszubilden. Die Schrift war das geniale Werkzeug, diese neue, kompliziertere Welt in den Griff zu bekommen. Und der Krieg ein brutales Mittel, in dieser neuen Welt den Besitz des Nächsten zum eigenen zu machen.

Grundlage des Wohlstands in Mesopotamien, zu Deutsch "Zweistromland", war der Vorsprung der Menschen auf dem Weg zur Zivilisation. Denn hier hatten sie ab etwa 10 000 vor Christus Schritt um Schritt gelernt zu säen und zu ernten. Es war ihnen gelungen, wilde Tiere wie Büffel oder Pferde zu domestizieren. So waren sie immer weiter vom Leben als Jäger und Sammler abgekommen, das die Menschheit bis dahin über Hunderttausende von Jahren geführt hatte.
neu: im nahen osten blühte kultur - landschaft - weil sie nutzziere hatten. es half ihnen neue arbeitsmethoden/ erleichterung, dass sie zeit hatten neue ideen - entdeckung nachzugehen. im gegenteil zum neu genea oder china damals hatten beide nur schweine darum die civilatione bei ihnen nicht eingebrochen wie im nahen osten.
im nahhen osten gab hunderte arten von getreide. 1000en von jahren hatten wohlstand und hochkultur.
durch die ausplunderung der natur kam die duerre. es blieb einige arten vom getreide, der boden wurde trocken.
der wohlstand hat sich bewegt richtung europa, dass die produktionsmittel weiter im westen gepflegt/ eingearbeitet, bis nach amerika.

Hier hat sie den riesigen kulturgeschichtlichen Sprung zur Erfindung der Schrift getan. Und hier begann sich erstmals herauszuformen, was wir als Staat bezeichnen: fest umrissene territoriale Herrschaften mit gegliederten Machtstrukturen. Man fing an, Politik zu machen: Verträge zu schließen und sie schriftlich festzuhalten, das Zusammenleben der Menschen mit schriftlich fixierten Gesetzen zu regeln - und man begann, aus kühler Staatsräson Kriege gegen die Nachbarn zu führen. Die Steinzeit war schon zu Ende, doch das Metall, aus dem die Waffen hergestellt wurden, war noch nicht Eisen, sondern Bronze.

Völkerschaften mit halb verschollenen Namen wie Sumerer, Amurriter, Hurriter oder Kassiten wechselten sich in der Zeit zwischen 3000 und 1000 vor Christus in der Herrschaft über das Zweistromland ab, doch ihre Geschichte und die ihrer Führer bleiben meist schemenhaft - die schriftlichen Quellen sind noch zu sporadisch.

Die erste greifbare Figur ist der babylonische König Hammurapi um etwa 1800 vor Christus. Von ihm gibt es eine in Stein gehauene Abbildung. Unsterblich aber wurde er durch den "Codex Hammurapi", eine der frühesten erhaltenen Gesetzessammlungen der Welt. Ihr Grundprinzip lautet Auge um Auge, Zahn um Zahn. "Wenn ein Mann das Auge des Sohnes eines anderen Mannes zerstört, so soll man sein Auge zerstören. Wenn er einem Manne einen Knochen bricht, so soll man seinen Knochen brechen." Die Regeln sind unerbittlich, schaffen aber Rechtssicherheit, wenn auch nicht für jeden. Denn für Sklaven oder Halbfreie gilt der Grundsatz, Gleiches mit Gleichem zu vergelten, nicht. Deren Verstümmelung kann man mit einer Geldbuße abgelten. Umgekehrt schneidet man ihnen gleich ein Ohr ab, falls sie wagen, gegen einen Freien handgreiflich zu werden.

Schlägt ein Mann eine schwangere Frau und stirbt diese an den Folgen der Schläge, ereilt nicht den Täter selbst die Strafe. Zur Sühne wird vielmehr eine seiner Töchter hingerichtet. Besonders gefährlich leben in Alt- Babylon die Ärzte. Zwar erhalten sie für die erfolgreiche Behandlung von Augenleiden, Knochenbrüchen oder Sehnenverletzungen einen genau festgelegten Lohn in Silberstücken. Stirbt oder erblindet der Patient jedoch, wird dem Doktor die Chirurgenhand abgeschnitten. Auch Schankwirtinnen - unter Hammurapi wurden Gaststätten offensichtlich nur von Frauen betrieben - müssen extrem auf der Hut sein. Falls sie überführt werden, zu schlecht eingeschenkt zu haben, ertränkt man sie im Euphrat.

In seinen eigenen Augen und denen seiner Zeitgenossen war Hammurapi, dessen Reich ganz Mesopotamien umfasste, ein gerechter und milder Herrscher. Die steinerne Stele, auf der seine Gesetze festgehalten wurden, beginnt mit den Worten: "Recht und Gerechtigkeit habe ich in das Land eingeführt, den Menschen zum Wohlgefallen." Und sie schließt mit einer ganzen Litanei von Flüchen, die jeden Nachfolger auf dem Thron treffen sollen, der nicht seinem Beispiel folgt. Alle Götter Babylons mögen ihn strafen, sollen "gleich dem wütenden Feuer im Schilf seine Gefolgsleute verbrennen" oder ihn "mit einer schwärenden Wunde, die nie mehr heilt", schlagen und ihn "bis sein Leben erlischt, über den Verlust seiner Manneskraft jammern" lassen.

Die nächsten Herren des Zweistromlandes, von denen wir uns ein Bild machen können, waren die Assyrer, ein semitisches Volk wie die Babylonier. Die rund 700 Jahre, in denen sie an Euphrat und Tigris regieren, sind Jahrhunderte voll Terror, Grausamkeit und Blutvergießen. Mit einer nicht endenden Reihe von Kriegen breiten sich die Assyrer von der Gegend des heutigen Mossul im Nordirak langsam über ganz Mesopotamien aus.

Sie zwingen die umliegenden Völker zur Zahlung hoher Tribute. Wer Widerstand leistet, wird erbarmungslos abgeschlachtet. Und darauf sind sie sichtlich stolz. Auf Inschriften rühmen sich die assyrischen Könige ihrer absoluten Macht und Entschlossenheit. Tiglatpilesar I., einer der großen Schlächter auf dem Thron, rühmt sich, 42 Völker unterworfen zu haben: "Ich bedeckte die Länder mit Ruinen, ich übersäte den Boden mit Leichen, als wären sie die Kadaver wilder Tiere", lässt er im 12. Jahrhundert vor Christus in Stein meißeln.

Auf künstlerisch wertvollen Reliefen etwa in ihrer Hauptstadt Ninive feiern die Assyrer auch in Bildern ihre Grausamkeit. Da wimmelt es von geköpften und gepfählten Gegnern. Da werden Feinden die Augen ausgestochen. Sie werden lebendig eingemauert, verbrannt oder gehäutet. Mit der abgezogenen Menschenhaut behängen die Eroberer bewegliche Türme und fahren diese vor den Mauern belagerter Städte auf: als grauenvolle Warnung für die Verteidiger, sich schnellstens zu ergeben. Auf einem Relief sind Militärbuchhalter zu sehen, die akribisch die Zahl der abgeschlagenen Köpfe festhalten. Auf einem anderen tafeln ein assyrischer König und seine Frau scheinbar friedlich im Freien. Doch die Idylle des Mahls trügt: An einem Baum in der Ecke hängt der Kopf eines Enthaupteten.

2-teil
Serie Teil 1: Von der Urzeit bis 53 v. Chr.
Seiten 1 | 2 | 3

Mit Meißel und Schwert
Als "Richter im Auftrag von Gott Assur" lassen sich die assyrischen Könige huldigen. Schaudernd vor Angst sollen die Feinde vor ihnen auf die Knie fallen. Die Herrschaft über die gesamte bekannte Welt ist das erklärte Ziel. Ihre Waffen sind jetzt nicht mehr aus Bronze, sondern aus Eisen. Mit ihren Reitern, Streitwagen und gepanzerten Bogenschützen erobern sie im 7. Jahrhundert Babylonien und zerstören die Hauptstadt nach dem üblichen Blutbad bis auf die Grundmauern. Sie besiegen die Großmacht Ägypten und machen sich das Land der Pharaonen tributpflichtig. Ihre Könige finden trotzdem noch Zeit und Lust, vom Streitwagen aus mit Speer, Pfeil und Bogen auf Löwenjagd zu gehen. Ein rituelles Duell, sagt heute die Forschung. Denn der assyrische König ist Stellvertreter des Gottes Assur, der Löwe hingegen Sinnbild aller dunklen Mächte. Sie gilt es immer wieder zu besiegen. Ein König rühmt sich auf einer Inschrift, mehr als zweitausend Löwen getötet zu haben.

Die Gesetze der Assyrer sind so penibel wie grausam. Sie legen beispielsweise fest, wie ein gehörnter Ehemann seine in flagranti ertappte Frau und deren Liebhaber zu behandeln hat. Gleichberechtigt. "Wenn der Ehemann seine Frau tötet, darf er auch den Mann töten. Wenn er seiner Frau die Nase abschneidet, dann soll er den Mann kastrieren und ihm das ganze Gesicht verstümmeln. Wenn er aber seine Frau ungestraft davonkommen lässt, dann soll man auch den Mann freilassen." Ähnlich exakt ist geregelt, was passiert, "falls eine Frau im Streit den Hoden eines Mannes beschädigt". "Dann soll man ihr einen Finger abschneiden."

Vertragsbrüchige müssen mit der Zunge vom Boden einen Liter verstreuter Senfkörner einzeln auflesen oder in schwereren Fällen ein Pfund Wolle essen und darauf Unmengen von Wasser trinken - wahrscheinlich platzten ihnen danach die Därme. Kann vor Gericht die Schuld eines Angeklagten nicht erwiesen werden, bedeutet dies das Todesurteil für den, der ihn beschuldigt hat. In schwierigen Fällen ordnet das Gericht ein Gottesurteil an. Der Angeklagte wird gefesselt ins Wasser geworfen. Ertrinkt er nicht, ist er frei und dafür der Kläger ein toter Mann.

Assurbanipal (667-631 v.Chr.), einer der letzten und grausamsten Könige der Assyrer, ist hochgebildet und belesen. Er baut seine Hauptstadt Ninive zur glänzendsten Metropole der damaligen Welt aus. Er schickt seine Schreiber los, sämtliche bekannten sumerischen und babylonischen Texte auf dreißigtausend Tontäfelchen zu kopieren, darunter das Gilgamesch-Epos mit der Schilderung der biblischen Sintflut aus babylonischer Sicht. Diese Bibliothek wurde 1845, rund 2500 Jahre später, bei der Ausgrabung des zerstörten Ninive fast unversehrt gefunden.

Für die sagenumwobene Königin Semiramis werden in Babylon die sagenumwobenen "Hängenden Gärten" gebaut, eins der sieben Weltwunder der Antike: in Wirklichkeit verschwenderisch bepflanzte Parkanlagen auf den Dächern des königlichen Palastes. Als Frau auf dem Thron in einer kriegerischen Männerwelt erregt Semiramis die Fantasie der antiken Historiker wie außer ihr nur Kleopatra. Man schreibt der schönen und sinnenfrohen Regentin zahllose amouröse Abenteuer zu: Die im ganzen Reich von ihr künstlich errichteten Hügel seien nichts weiter als die Grabhügel der Liebhaber, deren sie überdrüssig war.

Schließlich, so zwei spätantike Quellen, entbrannte sie in Liebe zu einem Hengst und ließ sich von ihm decken. Als das Pferd starb, warf sich die Königin verzweifelt in einen lodernden Scheiterhaufen und wurde ein Opfer der Flammen.

Jahrhundertelang kann sich das Schreckensregime der Assyrer behaupten: Jeder Aufstandsversuch der unterworfenen Völker wird mit einem Gemetzel beantwortet. Doch in brutaler Dialektik hat jedes Blutbad neue Aufstände zur Folge. 612 vor Christus sind die Unterdrückten endlich stark genug, den Terror ins Herz zu treffen. Die revoltierenden Babylonier verbinden sich mit dem Bergvolk der Meder aus dem heutigen Iran und erobern Ninive. Ihre Rache ist fürchterlich. Die Stadt wird verwüstet und in Brand gesteckt, die Bewohner werden umgebracht. Als zweihundert Jahre später der Grieche Xenophon mit einem Söldnerhaufen durch das nördliche Zweistromland zieht, ragen dort, wo einmal Ninive stand, nur noch riesige Ruinen aus dem Wüstensand. Der Name Assyrien ist dem erstaunten Xenophon bereits kein Begriff mehr - die furchtbarste Herrschaft der Antike ist für immer erloschen.

Die siegreichen Babylonier können unter ihrem König Nebukadnezar II. noch einmal ganz Mesopotamien in ihre Gewalt bringen. Es sollte für mehr als tausend Jahre das letzte Mal sein, dass die semitische Bevölkerung des Zweistromlandes von einer einheimischen, ebenfalls semitischen Dynastie regiert wird.

Nebukadnezar (605-562 vor Chr.), der Nabonassaros der Bibel, hat in der christlichen Überlieferung ein unverdient negatives Image, weil er das aufständische Jerusalem zerstört und die Juden in die berühmte Babylonische Gefangenschaft führt. In Wahrheit ist er ein großer König, der seinem Reich eine Periode von Wohlstand und innerem Frieden beschert. Sein berühmtestes Werk ist der "Turm von Babel", in der Bibel das Beispiel menschlicher Anmaßung schlechthin. Dieser neunzig Meter hohe Tempel für den babylonischen Hauptgott Marduk ist stufenförmig angelegt. Auf der obersten Stufe steht der mit blauen Ziegeln verkleidete zweigeschossige Tempel Marduks. Kein Kultbild schmückt das Innere. Hier stehen nur ein Tisch und ein Bett. Einmal im Jahr beschläft in diesem Raum der König stellvertretend für Marduk die oberste Priesterin des Gottes. Mit dieser "Heiligen Hochzeit" soll das göttliche Wohlwollen und damit die Blüte der Stadt gesichert werden.

Das ist nicht das einzige Sexualopfer. Laut Herodot muss sich jede Frau Babylons einmal im Leben einem Stadtfremden hingeben, um Ischtar, die Göttin der sinnlichen Liebe, gnädig zu stimmen. Dafür sitzen die Jungfrauen aufgereiht an der Mauer ihres Tempels, und jeder Fremde kann sich das Mädchen aussuchen, nach dem ihm gelüstet. Die Auserwählte darf sich nicht weigern. Für ihre Liebesdienste erhält sie Geld, das die Priester der Ischtar kassieren.

Kein Wunder, dass Sitten und Gebräuche dieser Art wesentlich zum Bild von Babylon als der "Großen Hure" des Orients beitrugen, deren Untergang nur die gerechte Strafe für ihre Laster darstellte. "Mene tekel uparsin", so erzählt das Alte Testament, habe Gott, der Herr, in Flammenschrift bei einer wilden Orgie des letzten Regenten Belsazar an die Wand des Königspalastes geschrieben, "gezählt, gewogen und zu leicht befunden". Der Prophet Daniel im babylonischen Exil deutet dem erblassenden Belsazar das Warnzeichen: Gott werde das Reich den Persern geben.

Fast kampflos fällt die Stadt. 539 vor Christus zieht der Perserkönig Kyros II. in Babylon ein. Die Bewohner begrüßen ihn begeistert. Sie waren mit der Herrschaft Belsazars und seines Vaters Nabonaid angeblich höchst unzufrieden, weil beide den Marduk-Kult durch die Verehrung eines stadtfremden Gottes ersetzen wollten. Und Kyros lässt Milde walten. Nabonaid wird begnadigt und angeblich sogar als Provinz-Gouverneur weiterbeschäftigt. Der persische König bestätigt Marduk wieder als Stadtgott und gewinnt aller Sympathie mit seiner feierlichen Erklärung: "Über meine frommen Taten freut sich Marduk, der große Herr, und mich, den König, der ihn verehrt, segnet er in Gnaden, und wir preisen in Frieden seine erhabene Gottheit." Den Israeliten stellt Kyros frei, wieder in ihre Heimat zurückzukehren. Seine Beamten durchstöbern sogar die Schatzkammern der babylonischen Könige nach kostbarem Tempelgerät, das von Nebukadnezar aus Jerusalem weggeschleppt worden ist, und geben es an die Juden zurück.

Rund 200 Jahre lang erweisen sich die persischen Großkönige als maßvolle Herrscher. Es droht nicht mehr bei geringen Vergehen die Todesstrafe. Sie greifen erst dann unbarmherzig durch, "wenn die Summe der Vergehen eines Mannes die Summe seiner guten Taten übersteigt". Sein Wille sei, dass keine Ungerechtigkeit geschehe, lässt Dareios der Große (521-486 v. Chr.), der bedeutendste persische König, in Stein meißeln, "denn ich hasse die Lüge". Barbarisch werden allerdings Richter bestraft, die das Recht beugen. Sie werden gehäutet, und mit ihrer Haut wird der Richterstuhl bezogen - als warnendes Beispiel für den Nachfolger.

Doch schließlich werden auch die persischen Herren zu allmächtigen Despoten, die gottgleich ihrer Umgebung entrückt sind. Wer vor ihrem Thron erscheint, muss sich auf den Boden werfen. Wer sich einem Herrscher unaufgefordert nähert, wird wegen Majestätsbeleidigung hingerichtet.


Teil 3
Mit Meißel und Schwert
Die Geschichte des Hofes nach dem Tod von Dareios dem Großen erscheint wie eine Folge verbrecherischer Abstrusitäten. Da werden unbotmäßigen Höflingen die Augen ausgestochen und die Ohren mit flüssigem Metall gefüllt. Da lässt die Frau des Großkönigs ihrer Schwägerin Nase, Ohren, Lippen, Zunge und Brüste abschneiden und schickt sie dann zu ihrem Gatten zurück. "Die Macht der Perser und ihrer Könige erschöpft sich in Unmengen von Gold, in Prasserei und schönen Frauen, ansonsten ist sie nichts als hohler Pomp und eitle Prahlerei", schreibt der Historiker Plutarch. Ein blutjunger Mann namens Alexander, seit 336 König des halbgriechischen Volks der Makedonen, dem die Geschichte den Beinamen "der Große" geben wird, sieht seine Chance gekommen.

334 bricht er mit seinem Heer auf, das Persische Reich zu erobern. 333 schlägt er bei Issos in Nordsyrien die Streitkräfte des Perserkönigs Dareios III. vernichtend. Zwei Jahre später stellt sich Dareios am Ufer des Tigris nahe dem Dorf Gaugamela zur entscheidenden Schlacht. Er verliert sie wieder und flieht, wie schon bei Issos, in seinem Streitwagen vor den heranstürmenden Makedonen. Auf dem Weg in seine östlichen Provinzen wird er von einem seiner Unterführer umgebracht, Alexander zieht mit seinem Heer in Babylon ein. Der persische Statthalter, der zuvor noch in der Schlacht tapfer gegen den Eroberer gekämpft hat, begrüßt ihn als legitimen Nachfolger des Großkönigs. Mesopotamien hat wieder einen neuen Herrn. Diesmal kommt er aus Europa.

In den zehn Jahren, die Alexander bis zu seinem Tod bleiben, ändert sich wenig für die Bevölkerung des heutigen Irak. Er übernimmt das persische Verwaltungsmodell, ernennt lediglich als Rückversicherung einen makedonischen General zum Kommandeur der Garnison von Babylon und einen anderen Landsmann zum obersten Steuereintreiber. Ansonsten ist er die meiste Zeit damit beschäftigt, weiter im Osten den Rest der bekannten Welt zu erobern. Nach Babylon kehrt er erst 323 zurück. Zum Sterben.

Böse Vorzeichen begleiten schon die Rückkehr des 33-Jährigen. Bei einem Schiffsausflug auf dem Euphrat bläst ihm der Wind das königliche Diadem vom Kopf ins Wasser. Ein einfacher Matrose hechtet dem Zeichen der Herrscherwürde nach, bekommt es auch zu fassen, doch zum Entsetzen der Anwesenden setzt er es sich selbst aufs Haupt, um besser schwimmen zu können. Alexander belohnt den Mann für seine Rettungstat mit einer großen Geldsumme - dann lässt er ihn wegen Majestätsbeleidigung hinrichten.

Wenig später setzt sich bei einer Audienz ein Unbekannter auf Alexanders Thron, als der kurz aufsteht. Dieser Mann muss ebenfalls sterben. Die Seher, die Alexander stets umgeben, deuten auch diesen Frevel als schlimmes Omen.

Am Vorabend einer geplanten Flottenexpedition um die arabische Halbinsel trinkt Alexander unmäßig, wie es seit Jahren seine Gewohnheit ist, doch am nächsten Tag bekommt er Fieber. Er bekämpft es mit seinem Hausmittel, gekühltem Wein. 24 Stunden später ist er schon so schwach, dass man ihn auf einer Trage in den Palast zurückbringen muss. Zehn Tage später ist der "Welteroberer" tot. Gestorben an Leukämie oder Malaria, wie die moderne Forschung annimmt. Doch auch die angegriffene Leber dürfte sein rasches Hinscheiden begünstigt haben. Kurz vor dem Tod gibt er seinen Herrscherring an einen seiner Feldherrn weiter. Als man ihn fragt, wer ihn bekommen habe, flüstert er kaum hörbar: "Der Stärkste."

Doch keiner seiner Gefolgsleute ist stark genug, Alexanders Erbe anzutreten. Das Weltreich des Eroberers zerfällt. Die Generäle liefern sich erbitterte Kämpfe um die Nachfolge, die so genannten Diadochen-Kriege. Dem alten Haudegen Seleukos gelingt es, sich fast den gesamten asiatischen Teil des Alexander-Reichs unter den Nagel zu reißen. Das Herzstück dieses nach ihrem Gründer benannten Seleukiden-Reiches ist das Zweistromland. Seleukos gründet in der Nähe von Babylon eine Stadt, seine neue Kapitale. Er nennt sie Seleukeia.

Doch Seleukos ist Makedone, ist Europäer, und will mit den Orientalen seines Reichs nicht viel zu tun haben - außer dass er sie als ergiebige Steuerzahler schätzt. Der König holt Makedonen oder Griechen als Siedler ins Land. Sie bilden bald eine kleine, isolierte Oberschicht. In ihren griechischen Neugründungen haben die Orientalen kein Bürgerrecht, in höhere Staatsfunktionen können die Einheimischen nur in Ausnahmefällen aufsteigen.

Und so nehmen es die Menschen an Euphrat und Tigris gelassen hin, als die Seleukiden-Herrschaft nach 180 Jahren zerbröckelt. Eine Reihe von Niederlagen gegen die Römer, die aufstrebende Weltmacht im Westen, schwächt die Seleukiden so sehr, dass sie den Osten ihres Reiches gegen die parthischen Reiterheere nicht mehr verteidigen können. Wie die Perser stammen die Parther aus dem iranischen Bergland. 139 vor Christus nehmen sie den größten Teil Mesopotamiens mit Babylon in ihren Besitz. Doch auch sie machen die Metropole nicht zum Regierungssitz, sondern gründen mit Ktesiphon am Tigris ihre eigene Hauptstadt. Sie sollte 350 Jahre Bestand haben.

Niemand kann heute genau sagen, warum der römische Multimillionär und mäßige Feldherr Marcus Licinius Crassus es sich in den Kopf setzte, von Syrien aus das Parther-Reich zu erobern. War es der Ehrgeiz, mit seinen Konkurrenten Julius Cäsar und Gnaeus Pompeius als Stratege gleichzuziehen? Trieb ihn die nackte Gier, durch die sagenhaften Schätze von Babylon, Seleukeia und Ktesiphon noch reicher zu werden? Oder einfach der Glaube, die Weltmacht Rom könne sich herausnehmen, was immer sie wolle?

53 vor Christus jedenfalls steht er mit seinen kampferprobten Legionären nahe der Stadt Carrhae den Panzerreitern und berittenen Bogenschützen der Parther gegenüber. Beide Seiten sind bis zur Arroganz von ihrem Sieg überzeugt. Das parthische Heer führt nicht einmal der König selbst, er hält das für unter seiner Würde. Crassus antwortet einem parthischen Unterhändler auf die Frage, warum um alle Welt er sie angreife: "Die Antwort gebe ich euch, wenn ich in eurer Hauptstadt stehe." Worauf der Parther mit dem Finger auf seinen Handteller deutet: "Eher wachsen hier Borsten, als dass du unsere Hauptstadt zu sehen bekommst."

Den ersten Angriffswellen der parthischen Reiter halten die römischen Fußsoldaten noch stand. Doch der Pfeilhagel hört nicht auf. Schließlich erkennen die verwunderten Römer, warum der Pfeil-Vorrat des Feindes geradezu unerschöpflich ist. Die Parther, offensichtlich doch nicht die tumben Barbaren, für die Crassus sie hielt, bringen mit Kamelkarawanen immer neue Geschosse zur Front.

Crassus befiehlt einen verzweifelten Gegenangriff der unterlegenen römischen Kavallerie. Sein Sohn Publius führt ihn. Die Reiter galoppieren ins Getümmel, schnell sind sie in einer riesigen Staubwolke verschwunden, die sich immer weiter entfernt. Dann wird die Staubwolke wieder größer, das Schlachtgetöse lauter. Hufe trommeln, Rüstungen blitzen, Offiziere brüllen zur Attacke. Es ist parthisches Siegesgeschrei. Der Angriffswoge voraus sprengt ein einzelner Reiter. Auf seiner Lanzenspitze trägt er etwas Schwarzes: den Kopf von Publius.

Crassus bricht nicht gleich zusammen. Er organisiert noch den erfolgreichen Widerstand gegen den feindlichen Ansturm und in der Nacht den geordneten Rückzug seines schwer angeschlagenen Heers. Doch er ist ein gebrochener Mann. Als ihn die siegreichen Parther zu Verhandlungen einladen, lässt er sich darauf ein, obwohl er eine Falle wittert. Mit einer kleinen Begleitmannschaft reitet er ins Lager der Feinde. Dort wird er unter ungeklärten Umständen erschlagen.

Ein paar Tage später platzt bei einem Theaterabend am Hofe, dem der parthische König Orodes beiwohnt, ein staubbedeckter Soldat mitten in die Vorstellung. Er schleudert ein graues Haupt ins Auditorium. Ein Schauspieler hebt geistesgegenwärtig den Kopf des Crassus auf und zitiert einen Vers von Euripides: "Wir bringen von den Bergen den frisch geschnittenen Schössling in den Palast, welch glücklicher Fund!" Die Anwesenden johlen. Rom, die Weltmacht der Antike, ist an Mesopotamien gescheitert.
Teja Fiedler

http://www.stern.de/politik/historie/index.html?eid=503823&id=503821&nv=ex_rt
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