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Kultur während der Qin- und der Han-Dynastie

Mit der Vereinigung des chinesischen Reiches und der Entwicklung des Feudalismus nahm die Kultur zur Zeit der Qin- und der Han-Dynastie einen neuen Aufschwung.
Philosophie
Nach der Vereinigung des chinesischen Territoriums durch Shi Huang Di wurde die chinesische Schrift vereinheitlicht, wodurch günstige Bedingungen für die Entwicklung der Kultur geschaffen wurden. Durch die Bücherverbrennung unter Shi Huang Di wurde aber dem Konfuzianismus ein schwerer Schlag versetzt.
Zu Anfang der Westlichen Han-Dynastie wurde der Taoismus statt des Konfuzianismus gefördert und entwickelt. Er nahm schließlich die vorherrschende Stellung ein, während in der Mittel- und Spätperiode der Han-Dynastie der Konfuzianismus wieder hervorgehoben wurde. Der bedeutendste Vertreter der konfuzianischen Schule während der Westlichen Han-Dynastie war Dong Zhongshu (ca. 179-104 v. Chr.) aus Guangchuan (südwestlich des heutigen Kreises Jingxian, Provinz Hebei). Auf seinen Vorschlag hin übernahm Kaiser Wudi den Konfuzianismus als offizielle Lehre und verweigerte den Gelehrten anderer Schulen die Beamtenlaufbahn. Im Mittelpunkt stand nun das Studium der konfuzianischen Klassiker. Dong Zhongshu vertrat die Lehre von den "Drei Hauptleitlinien": "Der Herrscher leitet die Untergebenen, der Vater leitet den Sohn, und der Ehemann leitet die Ehefrau." Diese Hauptaussage des Konfuzianismus erwies sich in den langen Jahren der Feudalgesellschaft als eine geistige Fessel für die Chinesen.
Ein bedeutender Philosoph der Östlichen Han-Dynastie war Wang Chong (ca. 27-97), der aus dem heutigen Kreis Shangyu, Provinz Zhejiang, stammte. Er war ein militanter Materialist, und mit seinem Hauptwerk Lun Heng (Abhandlungen über Gewicht im Ausgleich) geißelte er die orthodoxe Theologie. Die Materie war für ihn der Ausgangspunkt für die Deutung der natürlichen Phänomene und des Lebens selbst. Es gab für ihn keine Unterschiede zwischen den Menschen. Er verwarf die konfuzianische These, dass es verschiedene Stufen der menschlichen Natur gäbe und manche Menschen als Weise geboren würden. Wang Chong widersprach auch der Auffassung, dass Konfuzius und Menzius über jeder Kritik erhaben wären. Sein Werk Lun Heng konnte lange Zeit nicht veröffentlicht werden und wurde erst in den letzten Jahren der Östlichen Han-Dynastie verbreitet.

Religionen
Der Buddhismus entstand in Indien und kam während der Östlichen Han-Dynastie im Jahr 67 nach China, als die indischen Mönche Kasyapamatanga und Dharmaranya auf Einladung von Han-Gesandten Luoyang besuchten. Kaiser Mingdi ließ ihnen zu Ehren das Kloster des Weißen Pferdes bauen und trug ihnen auf, buddhistische Sutren ins Chinesische zu übersetzen. Auf sie folgte der Parthermönch An Shigao, der 148 nach China kam und 20 Jahre blieb. Er übersetzte während seines Aufenthalts 95 buddhistische Werke ins Chinesische. Die ersten Anhänger des Buddhismus in China waren zumeist Mitglieder der kaiserlichen und fürstlichen Familien und andere Adlige.
Der Taoismus, die einzige einheimische Religion Chinas, bildete sich während der Östlichen Han-Dynastie heraus und wurde im Jahr 142 unter dem Han-Kaiser Shundi von Zhang Daoling begründet. Die Lehre des Taoismus wurde von den Bauern leicht verstanden und aufgenommen, und der Aufstand der Gelben Turbane Ende der Östlichen Han-Dynastie hatte sich aus den religiösen Aktivitäten der taoistischen Taiping-Sekte entwickelt.
Geschichtswissenschaft
Auf dem Gebiet der Geschichtswissenschaft haben sich zwei Männer zur Zeit der Westlichen und der Östlichen Han-Dynastie besonders hervorgetan: Sima Qian und Ban Gu.
Sima Qian (ca. 145-90 v. Chr.) stammte aus Longmen (heute Kreis Hancheng, Provinz Shaanxi). Sein Hauptwerk Shi Ji {Historische Aufzeichnungen} ist eine umfassende Beschreibung der Geschichte Chinas von der Zeit des Gelben Kaisers über die Zeit der Frühlings- und Herbstperiode, die Periode der Streitenden Reiche und die Dynastien Shang und Zhou bis zur Begründung und Festigung der Han-Dynastie, ein einmaliges Werk wegen seiner genauen Berichte über die verschiedenen historischen Stadien und ihre Merkmale, seiner Darstellung und Einschätzung historischer Persönlichkeiten und der Beschreibung der gesellschaftlichen Zustände. Dieses Werk hatte einen
gewaltigen Einfluss auf die spätere chinesische Geschichtswissenschaft.

Der aus Anling (östlich des heutigen Kreises Xiangyang, Provinz Shaanxi) stammende Ban Gu (32-92) war ein großer Dichter und Historiker zur Zeit der Östlichen Han-Dynastie. Sein Buch Han Shu (Geschichte der Han-Dynastie) ist ein bedeutendes geschichtswissenschaftliches Werk, das erste Geschichtswerk Chinas, das nach Dynastien gegliedert ist. Es reicht von den Bauernaufständen gegen Ende der Qin-Dynastie bis zur Niederlage Wang Mangs. Die verschiedenen Ereignisse werden ausführlich beschrieben. Sein ungereimtes Gedicht Liang Du Wu (Die Westliche und die Östliche Hauptstadt) zählt zu den besten literarischen Werken der Han-Periode.
http://german.cri.cn/other/chinageschichte/44.htm

buecher
Vorwort
China liegt im Osten Asiens und hat eine Landesfläche von 9,6 Millionen Quadratkilometern, nur etwas weniger als der europäische Kontinent. Die Chinesen rühmen sich oft ihrer 5000-jährigen Geschichte. Gerechnet vom Jahr 2698 v. Chr., in dem der Gelbe Kaiser (Huang Di), Chinas erstes "Staatsoberhaupt", sein Reich im Gebiet des heutigen China gründete, bis zum Jahr 1911, wo der letzte Kaiser der letzten Dynastie Chinas, Aisin-Gioro Pu Yi, aus dem Thronsaal der Verbotenen Stadt vertrieben und eine Republik ausgerufen wurde, erlebte China in fast 5000 Jahren 83 Dynastien unterschiedlicher Größenordnung und verschiedener Lebensdauer mit 559 Herrschern, von denen 397 Kaiser, darunter eine Kaiserin, und 162 Könige waren. Diese 83 Dynastien errichteten insgesamt 95 Hauptstädte, von denen aus sie schalten und walten konnten. Auf dieses komplizierte und vielverflochtene Feld zu blicken und in der geschichtlichen Szene Chinas zu wandern ist ein verlockendes Abenteuer.
Wer waren die ersten Chinesen? Wie sah der erste Sklavenhalterstaat oder der erste vereinte Feudalstaat in China aus? Wie durchlief China in seiner Entwicklung die verschiedenen geschichtlichen Stufen? Wie sah China in seinen Blütezeiten aus? Wie waren Chinas Beziehungen zur Außenwelt in den verschiedenen Dynastien? Wie kam es schließlich zur Gründung einer Volksrepublik in China? ... Fragen über Fragen, die wir mit der vorliegenden Arbeit, die eine kurze und bündige Darstellung der allgemeinen Geschichte Chinas ist, zu beantworten versuchen. Dieses Buch ist für Leserinnen und Leser gedacht, die mehr über China erfahren und die chinesische Geschichte in Grundzügen kennen lernen möchten. Bei der Zusammenstellung haben wir Wissenswertes und Interessantes über bekannte Ereignisse und Persönlichkeiten aus der chinesischen Geschichte hinzugefügt und in speziellen Infokästen präsentiert. Wir hoffen, dass Sie bei der Lektüre viele Informationen gewinnen und Ihnen das Lesen Spaß macht.

http://german.cri.cn/other/chinageschichte/homepage.htm

 
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