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Freiheit der kindlichen alltag….184… 197 … initiationen
der wettbewerbsgedanke und die damit verbunden verahaltesnweisen und triebkraefte haben im stammesleben der aborigines keinen platz. In keinem ihrer spiele und in keiner ihrer unternehmungen geht es um wettbewerb. Wen die kinder spielen, schluepfen sie zumeist in die rollen von erwachsenen; … es geben den kindern die moeglichkeit, ihr tatsaechliche zukuenftiges leben spielerisch vorwegzunehmen, statt sich ehrgeizige phantasien ueber ein "anderes leben- auszudenken."
Die eigentliche entscheidung, wann ein junge an die reihe kommt und seine kindheit hinter sich lassen kann, liegt jedoch bei seiner mutter oder seinen weiblichen verwandten. Ihre entscheidung in die tat umzusetzen ist dann pflicht der maenner…..
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intiierte maenner wissen, dass das leben nur richtig gewuerdigt werden kann, wenn man es in verbinung mit den anderen reichen des daseins, dem des toten und dem des ungeborenen, betrachtet. Bei den aborigines wird das wissen ueber den uebergang vom leben zum tod den maennern waehrend ihrer intiation mitgeteilt. Sterben ist nicht dasselbe wie der tod. Die aborignes glauben, dass vom augenblick an, in dem das leben den koerper verlaesst, das sterben sich bis zu zwei oder drei jahre hinziehen kann. Waehrend der beschneidungs initiation werden die jungen in die techniken zum erlangen tranceaehnlicher beweusstseinszustaende eingefuehrt, weil trance-zeremonien in ihrer zukunft als jaeger und eingeweihte mystiker eine wichtige rolle spielen werden. In trance-taenzen lernt der jaeger, sich mit dem schiksal seiner beute zu identifizieren. Selbstzugefuegte wunden und blutopfer bringen die maenner in kontakt mit dem reich des todes. Nach und nach erleben sie in ritualen den gesamten uebergang vom leben zum tod. Hoehere intiationsstufen efaehigen sie, "lebend" zu sterben. Auf diese weise lernen sie, wie sie sich selbst und anderen im schwierigen geistigen uebergang nach dem tod beistehen koennen.
In den westlichen gesellschaften entspricht die bereitwilligkeit, mit der viele junge maenner in den krieg ziehen, einem angeborenen beduerfnis der maenner, in die konfrontation mit dem tod einegeweiht zu werden. Die aelteren maenner, die in unserem patriarchal ausgerichteten system die macht haben, nuetzen dieses maennliche beduerfnis aus, um ihren eigenen politischen und materiellen wohlstand zu wahren.
In der gesellschaft der aborigines symbolisiert die uebergabe der knaben and die aelteren maenner den beginn von schmerz, tod und verantwortung nach einer sorglosen und betont erotischen, im weiblichen zentrierten geborgenheit waehrend der kindheit. Die beschneidungsinitiation konfrontiert den jungen mit den beiden grundlegenden aengsten, die seinen schritt zum mannwerden hemmen: die angst vor der trennung von der mutter oder vom muetterlichen boden und die angst vor dem tod. Diese beide aengste sind im grunde genommen ein und dieselbe angst.
Ob eine initiation gelingt, haengt vo wahrhaften glauben des jungen ab, dass er waehrend des rituals auf eine traum-kraft treffen wird, die ihn zerstoert, und dass er, nachdem er gestorben ist, wieder zum leben erweckt wird. Jeder stamm hat einen mythos, der die einzelheiten dieses vorgang beschreibt und der dem initianden, waerend er sich in einem schlafaehnlichen zustand befindet. Vorgespielt wird. Laut der mythologie der wiradthuri aus dem suedlichen neusuedwales werden die jungen in einem bestimmten alter dhuramoolan uebergeben, einem dirkten verwandten des allmaechtigen vaters; er hat eine furchterregende Stimme, die wie entfernter donner klingt.
Dhurmaoolan tat so, als wuerde er die jungen ermorden, zu asche verbrennen, die asche zu einer maennlichen gestalt formen und wieder zum leben erwecken…. Nach jeder einweihung kamen aber einige jungen nicht mehr zurueck. Dhurmoolans erklaerung lautete, sie seine krank geworden und gestorben, aber der allmaechtige vater schoepfte verdacht, und als er die ueberlebenden befragte, erfuhr er, dass er getaeuscht worden war. Die vermissten jungen hatte dhuramoolan aufgerfressen… im zorn toetete der allmaechtige vater den luegner und legte dessen stimme in die baeume und in das geraeush, das entsteht, wenn man ein schwirrholz wirft. Darauf wies der allmaechtige vater die fuehrenden maenner an, sie muessten von jetzt an die jungen einweihen und sie sollten dazu schwirrhoelzer verwenden, um dhumramoolan nachzuahmen. Frauen und kinder sollten wie vorher im glauben gelassen werden, die jungen wuerden getoetet und kehrten wieder ins leben zurueck.

Um sicherzustellen,dass die jungen fest daran glauben, waehrend der intiation aus dieser welt wegzusterben und wiedergeboren zu werden, spielt der gesamte clan bei der taeuschung mit. Muetter und weibliche verwandte der jungen leisten widerstand, wenn ihnen die maenner die knaben fuer die intiation entfuehren. Sie weinen herzzerreissend, fuegen sich oft schnittwunden am kopf zu und rufen verzweifelt: "der grosse geist wird unsere soehne toeten!" wenn die jungen fortgefuehrt werden. Die maenner ihrerseits drohen den knaben, sie wuerden umgebracht, sollten sie den frauen oder nicht eingeweihten jemals verraten, was sie waehrend der initiation erfahren. Die frauen erleben diese rituale jahr fuer jahr und wissen natuerlich ueber saemtliche einzelheiten bescheid, und doch brechen die maenner nie das geluebde, die initiationsriten geheimzuhalten, und alle verhalten sich so, als glaubten die frauen tatsaechlich, die knaben wuerden getoetet und dann wieder zum leben erweckt. Die frauen ihrerseits geben niemals zu, dass sie ewas wissen, was ueber die mythische version hinausgeht. Das geheimnisvolle und die ausschliesslichkeit der maennlichen religionsriten beruhen also darauf, dass die frauen den maennern bewusst etwas vortaeuschen und sie mit viel theater in die irre fuehren.

Was wir fuer reine taeuschung halten, ist in der gedankenwelt der aborigines aber mehr als das. Ihre einstellung gegnueber mythen stimmt mit ihrer lehre ueberein, dass es zwei arten des daseins gibt: das dasein aussergewoehnlicher kraefte und das gewoehnliche dasein der menschen und der anderen lebewesen. Fuer die aborigines schliesst die existenz einer greifbaren wirklichkeit keineswegs die existenz einer aussergewoehnlichen wirklichkeit von kraeften aus. Das schauspielern der intiation findet fuer sie gleichzeitig mit einer mythischen form auf der unsichtbaren ebene statt, genau sie das bewusste und das unbewusste immer gleichtzeitig taetig sind. Auf einer inneren ebene sterben die knaben deshalb tatsaechlich und werden auch wiedergeboren.

die intiation muss auf drei wesenebenen tiefe veraenderungen ausloesen: im seelich-koerperlichen bewusstsein, im sozialen bewusstsein und im uebersinnlichen oder spirituellen verstaendnis. Obwohl sich die form des rituals in manchen einzelheiten von stamm zu stamm unterscheide, besteht es meist aus sieben oder acht getrennten segmenten oder akten. Die sieben rituellen phasen, die hier beschrieben werden, stehn in verbindung mit der mythischen regenbogenschlange; deren leib eine bruecke zwischen erde und himmel bildet, zwischen unserer greifbaren welt und dem unsichtbaren reich der traumzeit-vorfahren. 200

Die entfuehrung
Gewoehnlich werden mehrere knaben mit in den busch genommen, wo sie von kopf bis fuss mit blut aus den adern der aelteren maenner eingerieben werden. Dass der intiand mit blut verschmiert wird. Symbolisiert den beginn seines zweiten hervorkommens aus dem leib des lebens. Das blut iniierter maenner nimmt im geist eine lebenspendende kraft an, aehnlich der des blutes einer frau bei der geburt. Noch bevor den jungen also rituell narben oder wunden beigebracht werden, opfern die aelteren maenner ihr blut fuer ihre verwandlung. Die aborigines beterachten dies als symbolisierte gebaerfaehigkeit der maenner, und ein mythos personfiziert sie als schlange, die knaben verschluckt und die dann als maenner wieder ausspeit. Als geburtskanal der maennlichen fortpflanzungskraft dient der mund, der ja auch das gesprochene wort hervorbringt; er ist zugleich sinnbild einer spirtuellen geburt durch sprache und kultur.

Die anfaenglichen entbehrung und dem einreiben mit blut folgen mehrer zusamenkuenfte, die jeweils die ganze nacht hindurch andauern. Die initiierten sind ueber und ueber mit rotem ocker, blut und federn bedeckt, und ihre bemalten gesichter machen im feuerschein einen unheimlichen eindruck. Sie sehen aehnlich aus wie blys mythologisch-initiatorisches wesen, wie eisenhans also, der mit rost bemalt und ueber und ueber mit haaren bedekt ist. Die eingeweihten sind die fuer die welt, in der die knaben gelebt haben, bereits "tot" symbolisch wird der initiand von den "toten" durch den tod gefuehrt, denn nur duch den tod ist eine erneute geburt moeglich. Die bedrohung durch den tod und seine allgegenwaertigkeit, die lebenden ertragen muessen, wird also aufgewogen durch das geschenk des todes: durch die stetige folge neuen lebens.

Stunde um stunde, vom fruehen abend bis zum naechsten morgen, dauern die einweihungszermonien an, begleitet vom langsamen reptitiven gesang und tanz zu einer eintoenigen, sonoren musik. Der initiand wird am einschlafen gehinder, aber am rand des bewusstseins gehalten, so dass er in einen schlafaehnlichen zustand geraet. Waehrend dieser zeit sagen ihm die maenner immer wieder in einem singsang oder einem lied, dass er jetzt das gesetz, die wahrheit, die wirklichkeit des lebens erfahre, dass dies etwas maechtiges und gefaehrliches sei und nie einer nichteingeweihten person verraten werden duerfe. Der knabe erfaehrt, dass er nun die freiheit der kindheit hinter sich lassen muss und dass fuer ihn eine initiation beginnt, die ihn auf eine voellig neue welt vorbereiten wird. Um den uebergang zu ueberleben, muss der initiand ein umfassede gefuehl fuer passives dulden entwickeln. Schweigend muss er koerperliche schmerzen erdulden, die strenge verfplichtung eingehen, den aelteren gegenueber gehorsam zu sein und immer die heiligen gesetze einer fuer ihn bis vor kurzem unsichtbaren welt zu bewahren, jede stamm hat einen mythos,…..verschiedenen vorgespielt… in dem kaenguruhs oder emus umherziehen und abenteuer mit den ahnen erleben. Im zustand erhoehter wahrnehmugsfaehigkeit empfaengt der knabe diese anleitung und geschichten in seinem unbewussten auf sehr tiefen ebenen. Er durchlebt den traum.

Waehrend der phase der entfuehrung fasten und schweigen die jungen; man bezeichnet sie als "rituell tote". Am ende dieser phase werden sie wie leichname ins lager zurueckgetragen zu den klagenden frauen, die ihnen zu essen geben. Die frauen erklaeren ihnen, sie muessten jetzt eine grosse reise unternehmen und sollten sich nicht nachr ihrer familie sehnen. Es ist der zeitpunkt, da die knaben symbolisch alle bisherigen emotinalen bindungen hinter sich lassen muessen. Sie hoeren, dass sie in einfremdes land gehen und mit vielen unbekannten menschen zuruekkommen werden, um zeremoniell wiedergeboren zu werden. 201….
die mitglieder der gruppe, die die knaben auf der reise begleitet, legen dicke haarguertel um und bemalen sich mit rotem ocker, um so das trditionelle erscheinungsbild des mythischen reisenden neu zu erschaffen. Diesen aspekt der maennerinitiation kennt man in kulturen in aller welt; die umerziehene intitaionsgruppe der aborigiens weist grrosse aehlichkeiten mit den wanderenden sadhus in indien auf.201

Die reise
Joseph campbell betrachtete die reise in ferne laender als immer wiederkehrender teil von heldenmythen in vielen kultruen auf der ganzen welt. Die psychologie nach jung interpretiert die mytische reise als symbol fuer das innerliche wachstum vom ego zum bewussten selbst. Der mythos der reise vom helden gehoert zu den aeltesten der menschheit.
hier wird gesprochen vom nachkomme des sonnegott symbole absoluter autoritaet…..203

Diese darstellung des myhos spiegelt deutlich die werte und sorgen einer landwirtschaftlich orientierten kultur wieder. Eroberung, besitz und ausbeutung der erde im namenen eines allmaechtigen und befruchtenden sonnen-vater-gottes sind darin enthalten. In der welt der aborigines dient die mythische reise eines mannes jedoch dem zweck, dem suchenden die innere welt zu erweitern; es geht um die naehere verbindung zum clan, zur erde und zu den ahnen. Die reise erweitert das wissen des knaben ueber die innere struktur des bewusstseins, erhoehte die achtung fuer die uebersinnliche kraft im menschen und fuer die menschliche beziehung zum spirituellen irdische mutter, um in die macht des allumfassenden weiblichen- in die dunklen, unsichtbaren und unbewussten maechte- eingefuehrt zu werden. In der wesltichen version des reisemythos muss der werdend mann diese maechte erobern, unterwerfen und verleugnen. 203


Die rueckkehr in die heimat

Waehrend die "gruppe in rotem ocker" von lager zu lager zieht, schliessen sich ihr verwandte an, die am beschneidungsritual telnehmen werden, und sie wird immer groesser. …. Dabei kann einen onkel muetterlicherseits oder um einen schwager des vaters des knaben handeln. Der ausgewaehlte verwandte wird den jungen dadurch symbolisch toeten und ihm als entschaedigung eine seine toechter als zukuenftige braut versprechen. 2003
Bei vielen staemmen ist das ziel der gruppe jener ort, an dem der vater des knaben zur welt kam. Dort treffen auch die frauen und kinder aus dem lager, aus dem der knabe stammt, mit den reisenden zusammen, und die maenner bereiteneinen grossen zeremonienbereich fuer die beschneidung vor. Allmaehlich beginnt sich das muster des rituals abzuzeichen: der jugendliche wird waehren der entfuehrung zuerst in tranceeaehnliche zustaende und damit in unbekannte bereiche seines geistes eingefuehrt; auf der reise lernt er dann unbekannte gegenden des landes und eine groessere gemeinschaft von menschen kenne, von dennen er ein tell ist. Nach beiden phasen wird er jeweils in die vertraute, mit den frauen in verbinung stehende welt zurueckgebracht. 204
die beschneidung - abgeschiedenheit - die zweite rueckkehr - das eheversprchen

Weiterfuehrende intiationen
intiiertes leben ist wie ein regenbogen: jede farbe oder phase setzt eine ganze neue eigenschaft aus dem kontinuum des seins frei. Weitfuehrende intiationen sprengen immer mehr fesseln der furcht und einschraenkung und oeffnen das tor zur spirituellen und zur metaphysischen daseinsebene.208
Von 208 bis 216 subinzision (spaeter)

 
 
 
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